Hochstammobstbäume mit verschiedener Unterwuchsnutzung in lockeren Beständen mit breiter Altersstruktur, Arten- und Sortenvielfalt sowie geringer Nutzungs- bzw. Pflegeintensität, die sich als traditionelle Obstbaukultur deutlich vom kurzlebigen uniformen Intensiv- und Niederstammobstbau unterscheiden.

Streuobstwiese bei Würzburg

Unter Streuobst werden alle Obstbäume auf Hochstämmen zusammengefasst, die einzeln, in Reihen, Gruppen oder Feldern gepflanzt sind und nicht intensiv (z.B. nach Spritz-, Schnitt- und Düngeplan) bewirtschaftet werden. Sie stehen auf Grasland, an Rainen und Hängen, auf Äckern, an Wegen und Gräben und bilden nach Alter, Baumform und Sorte uneinheitliche Bestände.
Aufgrund der relativ großen Abstände zwischen den Bäumen und da die Pflanzdichte üblicherweise nicht mehr als 150 Hochstämme pro Hektar beträgt, sind auch in großflächigen Beständen die Einzelbäume als Individuen erkennbar.

Unter Streuobstanlagen versteht man in der Regel alte hochstämmige Einzelbäume und Obstanlagen, die über die Gemarkung "verstreut" sind. Die in der Literatur gelegentlich zu findende Herleitung des Wortes "Streu" aus einer Nutzung des gemähten Unterwuchses als Einstreu erscheint wenig plausibel, da das Mähgut aufgrund der relativen Wüchsigkeit der Standorte i.d.R. als Viehfutter genutzt wurde.

Streuobstbestände sind durch Menschenhand entstandene Lebensgemeinschaften mit einer wirtschaftlich bedingten traditionellen Doppelnutzung, bestehend aus Obstnutzung und Unterkultur in Form von Acker, Wiese, Weide oder Garten. Aus der wirtschaftlichen Bedeutung der Unterkultur ergeben sich auch die relativ weiten Abstände zwischen den Bäumen. Neben den Obstbeständen in der Feldflur werden dem Streuobst auch Hochstammobstbäume im Ortsrandbereich und Hofbäume hinzugerechnet.

Streuobstbestände umfassen in erster Linie Kern- und Steinobst, daneben aber auch Schalenobst, das wie z.B. die Walnuss gebietsweise bestandsprägend auftritt. Neben Hochstämmen (Stammhöhe ab 1,80 m) werden in Ausnahmefällen (bei hohem ökologischem Wert und extensiver Nutzung der Bäume und des Unterwuchses) auch Halbstämme mit einer Stammhöhe von 1,00 m bis 1,40 m zu Streuobst gezählt. Ausgeschlossen werden alle Bestände mit Niederstämmen und Spindelbüschen.

In Bayern existiert ein sehr weites Spektrum an Obstbeständen. Dies erklärt sich u.a. durch die unterschiedliche Nutzungsgeschichte und unterschiedliche klimatische und standörtliche Bedingungen.

Je nach Nutzung wird dieser Lebensraumtyp in verschiedenen Gegenden Bayerns unterschiedlich bezeichnet. In Südbayern wird der Begriff "Obstwiese" oder "Obstgarten" verwendet, in Franken dagegen "Baumgarten", "Baumfeld", "Baumland" oder "Baumacker".

(verändert nach Landschaftspflegekonzept Bayern, Bd.II.5 Streuobst; StMLU/ANL 1994; S.23 -25)

Keltereien Region WÜ - MSP

streuobst-mainfranken.de

Wir wollen mit diesem Informationsangebot insbesondere die Situation der Streuobstbestände in der Region um Würzburg aufzeigen und Hilfen geben, die Bewirtschaftung und Pflege weiterzuführen. Zusätzlich wollen wir auch Impulse setzen....

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