Mahd mit Abfuhr Mähgut

Diese traditionelle Behandlung des Aufwuchses hat sich aus der Absicht entwickelt, die Grünmasse gezielt zur Tierernährung zu nutzen. Früher wurden viele Streuobstwiesen zur Grünfutter- oder Heugewinnung zwei Mal jährlich im Juni und August genutzt. Heute scheitert diese Form der Pflege vor allem am enormen Aufwand, der entweder viel Handarbeit oder den Einsatz von Spezialmaschinen unter den Bäumen erfordert.
Durch Abräumen des Aufwuchses werden über längere Sicht den Obstwiesen Mineralstoffe entzogen, die durch Düngung des Standortes oder Nachlieferung aus dem Boden teilweise ersetzt werden können. Bei fehlender Düngung zeigen deshalb Bäume, Früchte und auch Bodenuntersuchungen von Streuobstwiesen immer wieder, dass es Mangelsituationen an bestimmten Nährstoffen wie Kalium, Magnesium und Phosphor gibt.
Die Abfuhr von Mähgut erschwert den Aufbau und die Umsetzung von Humus im Oberboden. Dies führt zur Stärkung von vielen Kräutern, die bei nährstoffarmen und trockenen Verhältnissen eher gefördert werden. Der damit verbundene Artenreichtum an Pflanzen und Tieren im Unterwuchs von Streuobstwiesen ist ein besonders wichtiges Argument für den Naturschutz. Ob das Abräumen des Schnittmaterials tatsächlich für die Erhaltung artenreicher Wiesen notwendig ist, wird durch die Ergebnisse von Begleituntersuchungen zum Mulchen mehr als in Frage gestellt.

Unterwuchspflege Mulchen

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mulchen

In vielen Streuobstwiesen werden seit längerer Zeit keine Anstrengungen mehr unternommen, das Mähgut abzufahren. Es fällt unzerkleinert oder gemulcht auf den Boden und wird in Abhängigkeit von der Witterung schnell oder langsam als organisches Material umgesetzt. Besonders in vielen mainfränkischen Streuobstwiesen, die im Hangbereich den Weinbau abgelöst haben, wird der Unterwuchs auf teilweise mit Mauern durchsetzten kleinen Grundstücken seit Jahrzehnten nur noch gemäht und nicht mehr abgeräumt. Bei genauerer Betrachtung sind dadurch keine fetten Grünlandbestände entstanden. Allenfalls werden Nährstoffzeiger wie Brennnessel durch das regelmäßige Zusammenziehen des Mähgutes unter den Baumscheiben begünstigt. Auch ergeben sich aus der Fachliteratur zum Mulchen deutliche Hinweise, dass sich mit der richtigen Wahl des Mulchzeitpunktes charakteristische Magerrasen und Wiesengesellschaften erhalten lassen. Hier sollte lediglich der Hinweis gegeben werden, dass es wichtig ist, durch Schnitt bzw. Mulchschnitt im Sommer das Kleinklima so zu verändern, dass eine schnellere Austrocknung des Oberbodens unter den Obstbäumen stattfindet. Zusätzlich sind beim Verbleib der Nährstoffe auf den Obstwiesen Mangelsituationen weniger zu erwarten.

Keltereien Region WÜ - MSP

streuobst-mainfranken.de

Wir wollen mit diesem Informationsangebot insbesondere die Situation der Streuobstbestände in der Region um Würzburg aufzeigen und Hilfen geben, die Bewirtschaftung und Pflege weiterzuführen. Zusätzlich wollen wir auch Impulse setzen....

Weiterlesen ...

Streuobst Bayern LfL

Streuobst überregional

Wir verwenden Cookies, die es uns ermöglichen, die Benutzung der Webseite zu analysieren. So können wir die Seite weiter verbessern. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. In unserer Datenschutzerklärung finden Sie