Für die Sortensicherung sind mittlerweile 250 Apfel- und Birnbäume an fünf verschiedenen Standorten im Landkreis Würzburg gepflanzt und veredelt worden.

 

Geschrieben von Günter Gerner

Sortenreiser

 

Als Grundlagen für die Veredelung der unbekannten und seltenen Sorten wurden einjährige Sämlinge und stammbildende Sorten wie „Jakob Fischer“-Unterlagen verwendet. Noch rechtzeitig vor dem starken Frost im November 2009 konnten alle Jungbäume an den verschiedenen Standorten gepflanzt werden. Lediglich in der Justizvollzugsanstalt Würzburg wurden die Bäume im Herbst zwischengelagert, an einem Einschlagplatz vor Frost geschützt und erst im Frühjahr 2010 gepflanzt. Die sogenannten Reiser (einjährige Triebe) wurden von den bestehenden Altbäumen im Winter 2010 geschnitten und im Kühlhaus bis zur Veredelung ebenfalls zwischengelagert. Dabei handelt es sich um erhaltungswürdige und unbekannte Sorten, die zunächst mit einem Arbeitstitel benannt wurden. Die entsprechenden Listen sowie die Bepflanzungspläne sind nachfolgend veröffentlicht:

PDF-Pläne pdf Kuernach Flnr. 969 (266 KB) ; pdf Kuernach Flnr. 1031/1 (286 KB) ; pdf Kuernach Flnr. 1070 (351 KB) ; pdf Kuernach Flnr. 6031 (266 KB) ; pdf Reichenberg Flnr. 1443 (256 KB) ; pdf Bütthard Flnr. 899 (303 KB) ; pdf Guentersleben Flnr. 928 (268 KB) ; pdf JVA Würzburg (405 KB)

 

Veredelungsaktion 2010: pdf Liste zur Reiserherkunft und Qualität (18 KB)

 

Die Veredelungsarbeiten wurden im April 2010 an den Standorten in Reichenberg, Bütthard, Kürnach, Güntersleben und in der JVA Würzburg Fixierung der Veredlungsteiledurchgeführt. Alle Bäume wurden von Ernst Wolfert, dem ehemaligen Betriebsleiter der Abteilung Obstbau der Bayer. Landesanstalt für Wein- und Abdichten Veredlungsstelle mit WundverschlußmittelGartenbau in Veitshöchheim, veredelt. Bei dem Kopulationsschnitt werden Stamm und Reiser mit einem scharfen Messer schräg angeschnitten, beide Hölzer aneinandergedrückt, mit flexiblem Band fixiert und einem Wundverschlussmittel abgedichtet. Für den Erfolg der Anpflanzungen sind nun folgende Pflegemaßnahmen erforderlich:
Es sind Baumscheiben im Durchmesser von 2 m herzustellen, entweder regelmäßig zu hacken und von Wildkräutern freizuhalten oder nach dem Hacken mit Stroh oder Rindenhäcksel zu mulchen. Der Mulch muss im Spätherbst wegen Wühlmausgefahr wieder entfernt werden.

Je nach Witterung und natürlichen Niederschlägen sind die Bäume regelmäßig zu wässern. Pro Baum sind ca. 20 - 50 l pro Wässergang notwendig.

Bei Erkennen von Blattläusen oder Fraßschäden an den Blättern sind die Bäume mit dem biologischen Pflanzenschutzmittel „Spruzit“ der Firma Neudorff zu spritzen.

Verschiedene Schnittarbeiten und das Nachbinden der Bäume müssen gewährleistet sein.

Außerdem wurden an den bestehenden Baumpfählen entsprechende Ansitzstangen für Greifvögel angebracht, um den Mitteltrieb der Bäume und somit die Edelsorte vor dem Abbrechen zu schützen.
Ernst   WolfertÜber den Entwicklungsverlauf der Bäume werden wir im November 2010 berichten. An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals ganz herzlich bei allen beteiligten Grundstücksbesitzern für die tatkräftige Unterstützung. Unser ganz besonderer Dank gebührt unserem ehrenamtlichen Helfer, Herrn Ernst Wolfert, der uns mit seinen Fachkenntnissen nicht nur theoretisch, sondern sehr engagiert auch praktisch unterstützt.

 

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