Alte Sorten können die Lösung sein!

Alte Apfelsorten werden von Allergikern oft besser vertragen, als die neuen Tafelobstsorten. Warum dies so ist und welche Chancen sich für den Allergiker damit eröffnen, lesen Sie am besten selbst!

 

Immer mehr Menschen leiden unter einer Lebensmittelunverträglichkeit oder gar Allergie.

Allergische Reaktionen auf Äpfel sind sehr verbreitet, denn sie treten auch häufig als Kreuzreaktion bei Baumpollenallergikern (besonders Birke) auf.

Dabei kann eine Allergie verschiedene Schweregrade erreichen. Mancher Apfelallergiker verträgt z.B. Apfelmuß oder Apfelkuchen ohne Probleme, da die allergieauslösenden Eiweiße beim Erhitzen weitgehend zerstört werden. Bei hochsensiblen Personen reicht allerdings auch dieser geringe Anteil noch aus, um die Symptome auszulösen.

Apfel am BaumVermehrt wird nun in den letzten Jahren von Betroffenen beschrieben, dass sie die Äpfel aus dem eigenen Garten, vom Bauern um die Ecke oder aus dem Bio-Laden ohne Probleme, oft sogar roh, verzehren können. Die schnelle und logisch Schlussfolgerung lautet dann oft: Das muss daran liegen, dass sie nicht gespritzt werden!

Tatsächlich ist aber eher die Sorte dafür verantwortlich, ob allergische Reaktionen ausgelöst werden oder nicht.

Um zu verstehen, warum das so ist, muss man sich genauer ansehen, wie eine Allergie funktioniert.

 

Generell werden Allergien von sog. Allergenen ausgelöst. Meist sind das Enzyme, oder, wie im Falle der Äpfel, Eiweiße. Der Körper des Allergikers reagiert mit einer Überempfindlichkeitsreaktion, wie z.B. Hautveränderungen, Atembeschwerden, Juckreiz etc., auf die Aufnahme dieser Eiweiße.

In allen Äpfeln gibt es jedoch eine Stoffgruppe, die die Aufnahme dieser allergieauslösenden Eiweiße maßgeblich beeinflusst. Die Rede ist von den sog. Polyphenolen.

Sie bilden mit den Eiweißen unlösliche Komplexe, und sorgen so dafür, dass sie nicht, oder nur in geringem Maße, vom Körper resorbiert werden können. Die Allergiereaktion bleibt folglich aus.

Diese Stoffe haben viele positive Eigenschaften, z.B. sind sie entzündungshemmend, können Darmkrebs, Arteriosklerose und Karies vorbeugen.

Dem gegenüber steht jedoch eine ganze Reihe negativer Eigenschaften.

Sie haben einen bitteren, sauren oder adstringierenden (zusammenziehenden) Geschmack und sorgen bei Kontakt mit Sauerstoff für die wohlbekannte Braunfärbung des Fruchtfleisches.

Aufgrund genau dieser schlechten Eigenschaften wurde durch moderne Zucht nach und nach, ob bewusst oder unbewusst, dafür gesorgt, dass der Polyphenolgehalt in den neueren Tafelobstsorten immer weniger wurde, denn die Verbraucher bevorzugen süße, milde Äpfel mit nichtbräunendem Fruchtfleisch. Und deshalb werden gerade die Äpfel aus dem Supermarkt schlecht von Allergiker vertragen, findet man hier doch hauptsächlich das neuere, bekannte Tafelapfelsortiment (Breaburn, Elstar, Jonagold…). In den Hausgärten, auf Streuobstwiesen und auch im Bio-Anbau finden sich hingegen vielfach ältere Sorten im Anbau, die noch einen hohen Polyphenolgehalt aufweisen, und diese werden oft gut von Allergikern vertragen.

Besonders Mostapfelsorten wie `Rheinischer Bohnapfel´ sind reich an diesen allergiehemmenden Substanzen.

 

An der LWG Veitshöchheim entstand im Rahmen des Sortenkartierungsprojektes und den jährlich stattfindenden Streuobsttagen folgendes Plakat zum Thema: {docs}allergieopt{/docs}

Erfahrungsberichten auf der Internetpräsenz des Bund Lemgo (www.bund-lemgo.de) zufolge werden folgende Sorten gut vertragen:

 

Boskoop

Alkmene

Goldrenette Freiherr von Berlepsch

Goldparmäne

Prinz Albrecht von Preußen

Am besten probieren Sie selbst aus, welche Äpfel für Sie bekömmlich sind.

Wegen der Gefahr ernsthafter gesundheitlicher Probleme sollten hochgradig sensibilisierte Allergiker jedoch nur mit Zustimmung und Betreuung des zuständigen Facharztes Selbsttests mit alten Apfelsorten durchführen

 

Informationen zur Allergiker-Äpfeln finden sie auch hier ...

 

Keltereien Region WÜ - MSP

streuobst-mainfranken.de

Wir wollen mit diesem Informationsangebot insbesondere die Situation der Streuobstbestände in der Region um Würzburg aufzeigen und Hilfen geben, die Bewirtschaftung und Pflege weiterzuführen. Zusätzlich wollen wir auch Impulse setzen....

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Streuobst Bayern LfL

Streuobst überregional

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