Sortenreine Apfelchips – Wie gut schmeckt gesundes Naschen?

Susanne Schwindel

Naschen war und ist nach wie vor ein nicht wegzudenkender Bestandteil unserer Ernährung.
Doch lassen das vermehrte Auftreten von Übergewicht und durch Fehl- und Mangelernährung begünstigte Erkrankungen immer mehr Stimmen laut werden, die den übermäßigen Konsum von Süßigkeiten zu recht in Frage stellen. Nun ist am Naschen selbst zunächst nichts auszusetzen, lediglich die hohen Zucker-, Fett- und Zusatzstoffgehalte vieler Naschereien geben Anlass zur Sorge. So liegt es denn nahe, statt den Verzicht auf sämtliche Genüsse zu predigen, sich auf die Suche nach gesunden und dennoch leckeren Alternativen zu begeben. Wie so oft, zeigt sich eine mögliche Lösung in der Besinnung auf Althergebrachtes, der Wiederbelebung alten, jedoch oft leider in Vergessenheit geratenen Wissens.
Apfelringe kennt fast jeder, meist aus der eigenen Kindheit. Das Bild, wie die Großmutter in Scheiben geschnittene Äpfel an Schnüren über dem Ofen aufhängt, um sie zu trocknen, ist dem ein oder anderen sicher noch lebhaft in Erinnerung.
Neuerdings finden sich am Markt vermehrt sogenannte Apfelchips. Diese sind härter als Apfelringe und eignen sich besonders gut zum Knabbern als gesunder Ersatz für Kartoffelchips. Sie enthalten wichtige Mineralien, wertvolle Fruchtzucker und viele Ballaststoffe, zudem sind sie völlig fett- und glutenfrei.
Sie werden industriell meist aus Tafeläpfeln gefertigt und sind daher äußerst schmackhaft. Jedoch lassen sie sich auch einfach selbst zu Hause herstellen. Aus diesem Grund stellte sich die Frage, ob sich alte Sorten, die häufig auf Streuobstwiesen Verbreitung finden und daher in vielen Haushalten zur Genüge zur Verfügung stehen, genauso gut zur Herstellung von Chips eignen, wie die neueren Tafelapfelsorten.

Wie man Apfelchips ganz einfach selbst herstellt, lesen sie hier!

 

Angaben zur Verkostungsdurchführung

Eigens für den jährlichen Streuobsttag an der LWG in Veitshöchheim wurden sortenreine Apfelchips zur Verkostung durch das Publikum in einem mobilen Dörrofen und im herkömmlichen Backofen hergestellt.

Folgende Sorten fanden Verwendung:
Boskoop, Herzogin Olga, Riesenboiken, Goldrenette von Blenheim, Rheinischer Bohnapfel, Martini, Ananasrenette, Kanadarenette

Jeweils fünf Sorten wurden über einen bestimmten Zeitraum gegeneinander verkostet.
Boskoop wurde aufgrund der allgemeinen Bekanntheit der Sorte bei jedem Durchgang zum Probieren angeboten. Jeder Gast durfte die für sich beste Sorte bestimmen, indem er eine rote Kugel in eigens dafür vorgesehene Röhren warf. Die Füllhöhe der einzelnen Röhren wurde dabei in cm bestimmt und verglichen.

Ergebnis:
Mit Abstand am besten bewertet wurde in jedem Durchgang die Sorte `Boskoop´, was nicht verwunderlich ist, denn auch als Backapfel bewährt sich diese hervorragend. Aber auch die sehr aromatische jedoch weitaus unbekanntere und weniger verbreitete `Ananasrenette´ erfreute sich großer Beliebtheit.


Ein Trend zu eher säuerlichen und aromatischen Sorten konnte festgestellt werden. Weniger intensiv schmeckende Sorten wie der `Rheinische Bohnapfel´ oder sauerbetonte wie der `Riesenboiken´ schnitten schlechter ab.
Typische Lageräpfel, wie z.B. vormals genannter `Rheinischer Bohn´, bringen aufgrund des zum Zeitpunkt der Verarbeitung ungenügenden Reifegrades eher neutral schmeckende Apfelchips hervor, die sich jedoch hervorragend eignen, um sie z.B. mit Curry, Paprika, Chili oder Zimt zu würzen.

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