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Wildobst







Als Wildobstarten werden verwilderte Sämlinge von Edelsorten und ursprüngliche Wildarten bezeichnet, deren Früchte für den menschlichen Verzehr geeignet sind und die im Bereich von Streuobstbeständen in Hecken und Gebüschen innerhalb der Bestände oder an ihrem Rand vorkommen. Die Früchte wurden gebietsweise ebenso genutzt, wie die Früchte der Kulturobstbäume. In Streuobstwiesen können in Franken folgende Wildobstarten gefunden werden: Mispel, Wildapfel, Wildbirne, Speierling.


Mispel (Mespilus germanica), Rosaceae

Deutsche MispelBiologie und Wuchseigenschaften: Mispeln sind breit ausladende Sträucher / kleine Bäume von 2 - 6 m Höhe und sparrigem Wuchs. Die Kurztriebe sind z.T. einfach bedornt.
Substrat- und Klimaansprüche: Nur warme bzw. mäßig rauhe Lagen auf nicht zu feuchten, etwas kalkhaltigen, warmen Böden mit guter Durchlüftung sind geeignete Standorte. Bei ausreichender Feuchtigkeit werden auch magere, steinige Böden besiedelt.
Habitatwichtige Eigenschaften und landschaftliche Einbindung: In Unterfranken bestand früher gebietsweise größere Verbreitung, heute existieren nur mehr wenige Exemplare. Mispeln sind eine gute Bienenweide und geeignet zur Anpflanzung in Feldgehölzen, an Böschungen, in Hecken und in Einzelstellung. Sie besitzen eine rissige, im Alter abblätterne Borke.


Gesamtart Wildapfel (Malus communis), Rosaceae

WildapfelBiologie und Wuchseigenschaften: Zur Gesamtart Wildapfel werden Holz-Apfel (Malus sylvestris), Beeren-Apfel (Malus baccata), Zwerg-Apfel (Malus pumila), Korallenstrauch-Apfel (Malus floribunda), Pflaumenblatt-Apfel (Malus prunifolia) gezählt. Wildäpfel sind Flachwurzler, die kleine bis mittelgroße Bäume bis zu 10 m Höhe mit dichten Kronen aus Lang- und Kurztrieben ausbilden, z.T. ist auch strauchartiger Wuchs festzustellen. Einige Kurztriebe verwandeln sich nach dem Absterben der Endknospen in unechte Zweigdornen.
Substrat- und Klimaansprüche: Wildäpfel bevorzugen frische, nährstoffreiche Böden mit alkalischer Bodenreaktion. Flache und trockene Böden werden gemieden. Auch Höhenlagen werden besiedelt.
Habitatwichtige Eigenschaften und landschaftliche Einbindung: Als alte Kulturpflanzen waren Wildäpfel früher verbreitet, heute sind sie gebietsweise nur noch selten anzutreffen. Sie kommen u.a. auch in Auwäldern, auf Steinriegeln, in Hecken und Gebüschen vor. Sie stellen eine gute Bienenweide dar und sind für die Pflanzung in Feldgehölzen, an Böschungen und in Hecken geeignet.


Wildbirnen (Pyrus pyraster und Pyrus salicifolia), Rosaceae

WildbirneBiologie und Wuchseigenschaften: Wildbirnen erreichen eine Höhe von 10 - 18 m und haben baum- oder strauchförmigen Wuchs. Sie sind Tiefwurzler mit Wurzeltrieben und bilden echte Zweigdornen aus.
Substrat- und Klimaansprüche: Frische bis mäßig trockene, nährstoff- und basenreiche, humose Böden werden bevorzugt. Wildbirnen wachsen auch in Eichen- und Ulmen-Auwäldern, Eichen-Trockenwäldern und Felsengebüschen.
Habitatwichtige Eigenschaften und landschaftliche Einbindung: Pflanzeignung besteht für Feldgehölze, Hecken und Böschungen.


Speierling (Sorbus domestica), Rosaceae

SpeierlingBiologie und Wuchseigenschaften: Der Speierling ist ein langsam wachsender, bis zu 20 m hoher, großkroniger, tiefwurzelnder, stattlicher Landschaftsbaum, der bis zu 500 Jahre alt werden kann und ähnliche Wuchsform wie die Birne aufweist. Er bildet Adventivwurzeln aus.
Substrat- und Klimaansprüche: Nur warme und tiefere Lagen (bevorzugt Hanglagen) mit kalkreichen, nicht zu feuchten Böden kommen den Ansprüchen des Speierlings entgegen. Er besitzt gute Trockenresistenz und allgemeine Robustheit.
Habitatwichtige Eigenschaften und landschaftliche Einbindung: Dieses im Bestand gefährdete Kulturrelikt mit geringer, lokal begrenzter Verbreitung in der freien Feldflur kommt u.a. in Weinbaugegenden und Gebieten mit Kernobstkelterei vor. Sein größtes Vorkommen in der BRD liegt in der Gegend um Würzburg. Der Speierling kommt auch in Eichen-Trocken- und Eichen-Hainbuchenwäldern, auf Steinriegeln und Felsen vor und ist nur auf Traubeneichenstandorten ohne menschlichen Eingriff konkurrenzfähig. Die Früchte werden als Zusatz zur Apfelweinbereitung verwendet. Er bildet früh eine längsrissige Borke aus, ist eine gute Bienenweide und seine Früchte werden gerne von Vögeln gefressen. Speierlinge sind geeignet zur Pflanzung in Reihen (z.B. entlang von Wegen), in Einzelstellung, zur Bodenbefestigung und innerhalb von Streuobstbeständen.

weitere Fachinformationen zum Speierling  

(verändert nach Landschaftspflegekonzept Bayern, Bd.II.5 Streuobst; StMLU/ANL 1994; S.24-29).




Keltereien Region WÜ - MSP

streuobst-mainfranken.de

Wir wollen mit diesem Informationsangebot insbesondere die Situation der Streuobstbestände in der Region um Würzburg aufzeigen und Hilfen geben, die Bewirtschaftung und Pflege weiterzuführen. Zusätzlich wollen wir auch Impulse setzen....

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